
Der Hundekuchen ist mir heute wirklich gut gelungen. Meistens geht er nicht auf oder brennt an den Seiten an. Ich habe eine lustige Form dafür. Es ist ein Jesus am Kreuz. Ich wusste gar nicht, dass Jesus so ein Freund vom Kuchenbacken war. Leider bricht meistens das INRI ab und ich esse es an Ort und Stelle. Die Zutaten waren aber auch sehr frisch. Der Bodo war ja auch noch nicht so alt. Er wollte schon von alleine in die Rührschüssel springen. Ich musste aber vorher noch warten, weil die Hefe noch nicht aufgegangen war. Wenn dann der Hund zu früh rein kommt, dann wird der Kuchen später hart wie Stein. Um 12 Uhr kam dann meine Nachbarin um mir zu erzählen, dass ihr Pudel weggelaufen wäre. Ich habe sie mit einem Stück Kuchen und einem Milchkaffee ein bisschen getröstet und ihr gesagt, dass Hundefänger unterwegs seien. Die sollte man hart bestrafen. Wenn ich so jemanden erwischen würde, wie er gerade den Prinz Adolf fangen will, dann würde ich ihm aber die Halsschlinge um die eigene Gurgel ziehen und ... naja, wenn der Prinz Adolf dabei wäre, müsste ich mich zusammen nehmen, denn das würde er wohl sein Lebtag nicht vergessen. Hundepsychiater gibt es ja noch nicht so viele. Und wie sollen die überhaupt die Hunde therapieren, wenn die gar nicht auf die Couch dürfen? Der Prinz Adolf darf nicht auf die Couch, weil ich nämlich gar keine habe. Aber wenn ich eine hätte, dürfte er da auch nicht rauf. Daher übe ich immer mit ihm, wie er vor einer imaginären Couch sitzt und nicht drauf darf. Wenn er dann da rauf springen will, um es sich vor dem Fernseher gemütlich zu machen (ich habe immer eine Decke auf dem Sofa liegen), dann hole ich die Pumpgun und er kriegt kaltes Wasser auf den Pelz gebrannt.
Meine texanischen Wollmäuse klettern gern. Sie haben ja einen grossen Käfig. Da habe ich lauter Klettergerüste aus Zahnstochern gebaut. ZB den Eiffelturm oder das Berliner Tor. Die machen aber alles kaputt. Es lohnt sich gar nicht eine Woche lang an der Chinesischen Mauer zu arbeiten, weil sie sowieso nach spätestens 2 Tagen von meuternden Mäusehorden durchbrochen wird. Im Fernseher habe ich einen Bericht gesehen über Freeclimbing. Da gibt es so Kletterwände mit Nupsis, wo man die Finger ran hängen kann. Natürlich nicht nur die Finger, sondern auch den ganzen Arm mit dem Rest unten dran. Das brachte mich auf eine geniale Idee. Mäusehände sind ja fast wie Menschenhände, nur viel viel kleiner. Sonst könnten Mäuse ja auch auf handelsüblichen Schifferklavieren spielen. Und vom Verhältnis Maushand und Kletternupsi her gesehen, kann man also wunderbar eine Raufasertapete als Kletterwand nehmen. Ich habe also die eine Seite des Käfigs mit Tapete ausgekleidet. Die Wollmäuse waren ganz aufgeregt und begeistert. Erst wollten alle gleichzeitig klettern und sie haben sich gegenseitig weg geboxt. Texanische Wollmäuse sind Meister im Kickboxen musst du wissen. Nach und nach haben sie sich beruhigt, einige lagen auch schon bewusstlos in der Streu. Die ersten Mäuse sind dann hochgeklettert und waren völlig aus dem Häuschen, wollte gar nicht mehr runter von der Tapete. Die hängen da jetzt teilweise immer noch dran. Die mutigeren an einem Finger, die anderen lassen sich von Hilfsmäusen mit Strohhalmen sichern. Ich bin froh, dass ich so tierlieb bin, da ist man schon ein besserer Mensch.
Mit Wollmäusen kann man übrigens auch hervorragend kochen. Die dicken fetten Weibchen lassen sich kinderleicht wie ein Ei an einem Pfannenrand aufschlagen. Dann gießt man vorsichtig den Inhalt in einen Klecks Olivenöl und brät die Maus unter kleiner Flamme an. Dann Salz und Basilikum drauf. Einen Meisenknödel dazu und ein Gläschen Hundelikör. Fertig.